Back to the Roots I: Friedfisch – Angeln im Wandel der Zeit

Vom 27. – 28.08.2016 fand in der Herberge Wartaweil in Herrsching unser Seminar „Back to the Roots I: Friedfisch“ statt. Wie der Titel unserer Veranstaltung bereits verrät, kehrten wir zurück zu den Wurzeln der Angelei. Hierfür hatten wir kompetente Unterstützung von Robert Hagemann, der uns viele interessante und wirklich erstaunliche Fakten zur Angelgeschichte erzählte. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass es Haken aus menschlichen Knochen gab, oder Angelgeräte in alten Kulturen als wertvolle Beigabe in Gräber gelegt wurden?!

Die Entwicklungsgeschichte von Ruten, Rollen, Schnüren und sonstigem Zubehör war ebenfalls ein großes Thema. Hier möchten wir dem Jagd- und Fischereimuseum in München danken, welches Herrn Hagemann ein paar alte Gerätschaften für seine Präsentation zur Verfügung gestellt hat. Außerdem durften wir die ein oder andere Gerätekombination aus seinem persönlichen Bestand bewundern. Besonders erfreulich war hierbei aber, dass das Anschauungsmaterial nicht nur von unserem Referenten kam, sondern unsere Teilnehmer selbst auch das ein oder andere mitbrachten. Eine Schachtel voller selbst gebauter Tiroler Hölzl, teilweise Jahrzehnte alt, beispielsweise. Schade, dass diese Spezialbleie nur noch aus Kunststoff gefertigt werden…

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Angelgeschichte zum Anfassen

 

 

 

 

 

 

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Robert Hagemann in Aktion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem äußerst abwechslungsreichen Programm zur Angelgeschichte ging es am Abend des ersten Tages die 100 Meter vom Seminarhaus hinunter zum Ammersee, um den Friedfischen nachzustellen. Mit dem ehemaligen Team-Angler Michael Deeg hatten wir genau den richtigen Mann an unserer Seite, um uns diesmal an die moderne Friedfischangelei heranzuwagen. Schließlich wollten wir Vergangenes mit der Moderne verbinden und so packten sowohl Referenten als auch unsere Teilnehmer ihre Feederruten aus. Um Futter, Köder und Zubehör musste sich keiner der Anwesenden Gedanken machen, denn Michael versorgte uns mit mehr als ausreichend Material. So konnte jede Ausrüstung um ein paar Futterkörbe, ein Päckchen Haken, Wirbel und einen Sack Futtermischung erweitert werden. Zudem gab es noch Leihgerät, damit bei Bedarf auch jeder das Angeln mit der Feederrute ausprobieren konnte.

Von einem großen Steg aus warfen wir unsere Montagen in Richtung Abendrot und es dauerte auch nicht lange, bis die ersten schönen Fische in den Kescher geführt wurden. Am Abend des ersten Tages waren es hauptsächlich große Rotaugen, die Interesse an unseren Maden zeigten. Übrigens sehr schmackhafte Fische für die Bratpfanne – als Filet oder Fischpflanzerl! Auch einige Güstern ließen sich überlisten. Vom größten unserer Zielfische, dem Brassen, war jedoch leider noch nichts zu sehen.

Sternstunden am Wasser

Gemeinsame Abendstunden am Wasser

 

 

 

 

 

 

 

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Rotaugen ab dieser Größe bissen regelmäßig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der frühe Angler fängt den Fisch – also ging es in der Morgendämmerung des darauffolgenden Tages erneut ans Wasser. Die Sonne kam gerade zwischen den Berggipfeln am Horizont hervor, als wir unsere Ruten auslegten. Lange warten mussten wir nicht, bis die sensiblen Rutenspitzen die ersten Zupfer anzeigten und wir wieder feststellten, wie spannend diese Art zu angeln ist! Nach erfolgreichem Anhieb spürte Robert einen wesentlich stärkeren Widerstand als gewohnt und landete kurze Zeit später den ersten schönen Brassen! Dem sollten noch weitere folgen und so gingen auch diesmal wieder ein paar Stunden sehr erfolgreichen Angelns vorüber. Brassen sind ebenfalls tolle Speisefische – vor allem geräuchert ein absoluter Geheimtipp!

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Einer der schönen Brassen

 

 

 

 

 

 

 

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Wunderschöne Kulisse am Ammersee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Frühstück ging es weiter im Seminarprogramm. Da wir unter Anleitung von Michael Deeg nun schon in die Praxis des modernen Friedfischangelns geschnuppert haben, stand nun der weitere theoretische Teil auf der Agenda. Auch hier fehlte es nicht an Anschauungsmaterial, denn Michael hatte verschiedene Ruten, Rollen, Schnüre und einiges an Zubehör für uns dabei. Mindestens ebenso aufmerksam verfolgten die Anwesenden die verschiedenen Montage-Anleitungen des Referenten, die sie auch sofort umsetzten. Von der einfachen Durchlaufmontage über verschiedene Seitenarm-Varianten war einiges dabei, was man super an die Jugendgruppe weitergeben kann. Nach dem Mittagessen machten wir uns schließlich auf den Heimweg und erinnern uns sicher alle gerne an dieses sehr gelungene, informative und unterhaltsame Seminar zurück!

Zubehör fürs moderne Friedfischangeln

Zubehör fürs moderne Friedfischangeln

 

 

 

 

 

 

 

Michael Deeg erklärt das moderne Gerät

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abschließend muss natürlich erwähnt werden, dass jede/r der Beteiligten dazu beigetragen hat, dass die Veranstaltung für alle ein großer Spaß war. Vielen Dank an alle, die dabei waren und weiterhin ein dickes PETRI HEIL für euch und eure Jugendgruppe!