Back to the Roots: Raubfisch – der Angelgeschichte und den Hechten auf der Spur

Die Anfänge der Angelfischerei

Früher war alles besser – diesen Satz hat wohl jeder von uns mehrfach und in den verschiedensten Zusammenhängen gehört. Wenn es um unsere Passion, das Angeln, geht, hat diese Aussage nicht unbedingt Gültigkeit. Vor tausenden von Jahren bis in die Neuzeit galt die Angelei noch der Lebenssicherung, schließlich musste etwas zum Essen auf den Tisch. Diese Zeiten sind zum Glück schon lange vorbei und wir müssen nicht unbedingt etwas fangen, um zu überleben – sonst könnte ich diesen Text zum Beispiel nicht schreiben.

Doch nur weil damals nicht unbedingt alles besser war, ist die Geschichte des Angelns nicht weniger interessant! Gerade das Raubfischangeln war und ist einem enormen und ständigen Wandel unterworfen. Um diese Entwicklungsgeschichte zu verstehen und sie schließlich an unseren Nachwuchs weiterzugeben, lud die Bayerische Fischerjugend ihre Jugendleitungen vom 07. – 08.10.2017 in das Tagungshaus Bayerischer Wald (Arberland Hotel) nach Regen ein. Unter dem Motto Back to the Roots: Raubfisch – Angeln im Wandel der Zeit, ging es der Geschichte und der Moderne an die Schuppen.

Aufmerksam und aktiv: Unsere Teilnehmer

 

Back to the Roots – Mehr als Angeln

Allgemein möchten wir durch unsere Back to the Roots-Seminare Hintergrundwissen zu den jeweiligen Angelarten vermitteln. Die meisten Techniken haben eine durchaus bewegte Geschichte und über die Zeit erstaunliche Entwicklungen durchlaufen. Für die Jugendarbeit soll dadurch ein Wissenspool aufgebaut werden, der durch die Jugendleitung letztendlich an den Nachwuchs weitergegeben wird. Theoretische und praktische Inhalte sollen dabei helfen, die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen abwechslungsreicher, kreativer und informativer zu gestalten.

Unsere Seminarteilnehmer werden stets eingebunden

Der Beginn der Angelfischerei, verschiedene Gerätschaften für den Fang von Raubfischen und alte Techniken waren hier ebenso Bestandteil wie die modernen Angeltechniken und die dafür passende Ausrüstung. In der Praxis wurden Stahlvorfächer sowie Ködersysteme gebastelt und diese letztendlich beim gemeinsamen Angeln am Regener See erfolgreich auf Hechttauglichkeit geprüft. Außerdem mangelte es wieder nicht an Anschauungsmaterial: Von alten Ruten bis hin zu Ködern vergangener Tage stellte unser Referent, Philip Wendt, einiges für unsere Jugendleitungen bereit.

Auch diesmal lag der Fokus auf praxisnahem Unterricht

Kurzweiliger Ablauf in konstruktiver Atmosphäre

Wie von unserer Back to the Roots-Reihe bereits bekannt, zeichnete sich auch diese Veranstaltung durch aktive Mitarbeit unserer diesmal ausschließlich männlichen Teilnehmer aus. Die Stimmung innerhalb der Gruppe war sofort freundschaftlich und kollegial. Keiner scheute sich, Fragen zu stellen oder Tipps und Tricks sowie persönliche Erfahrungen zu den verschiedenen Themen zu nennen. Dadurch entstand auch diesmal ein sehr konstruktives Arbeitsumfeld, in dem sich jeder nach seinen Möglichkeiten und Wünschen einbringen konnte.

Zunächst ging es an die Anfänge des Fischfangs mit Schnur und Haken, die ihren Ursprung mehrere zehntausend Jahre in der Vergangenheit haben. So berichtete uns Philip Wendt, dass beispielsweise eine primitive Angelausrüstung gefunden wurde, die vor etwa 42000 Jahren zum Fischfang genutzt wurde. Haken aus (zum Teil menschlichen) Knochen, Schnüre aus Pflanzenfasern und weitere Beispiele verdeutlichten den enormen Einfallsreichtum und Aufwand, der damals für den Fischfang betrieben wurde.

Im Anschluss daran stellte der Referent verschiedene Entwicklungsschritte in der Raubfischangelei vor. Er zeigte alte und neue Angelgeräte, sowie die korrekte Durchführung aktueller AngeltechnikenIn Abstimmung mit allen Anwesenden wurde beschlossen, den kompletten Theorieteil am ersten Seminartag durchzuführen. So stand der Samstag noch ganz im Zeichen der verschiedenen Entwicklungsstufen, inklusive Diskussionen und reichlich Anschauungsmaterialien, bis es im späten Abendprogramm an den Bau von Stahlvorfächern und Köderfisch-Systemen ging. Auch hier war die kollegiale Stimmung zu spüren, da sich alle bei Bedarf gegenseitig unterstützten.

Philip Wendt (links) erklärt die Arbeitsschritte

Angemessener Abschluss eines erfolgreichen Seminars

Der Sonntag stand nun ganz im Zeichen der praktischen Umsetzung. Es ging an den Regener See, um die selbst gebauten Systeme und Stahlvorfächer zu testen sowie das ein oder andere aus dem vorangegangenen Theorieteil in die Tat umzusetzen. Besonderen Dank möchten wir dabei dem Ortsfischereiverein Regen e.V. in Person von Matthias Mader aussprechen: Wir wurden direkt am Gewässer mit den nötigen Tageskarten ausgestattet und erhielten dabei auch noch eine persönliche Einweisung zum Gewässer – wirklich eine super Sache!

Matthias Mader bei der Einweisung

Nach der Einweisung durch Matthias Mader ging es für alle Teilnehmer ans Angeln, wobei einige Hechte und ein schöner Barsch überlistet werden konnten. Zum Mittag traf sich die Gruppe am Parkplatz, um sich die vom Hotel bereitgestellten Lunchpakete schmecken zu lassen und sich nochmals über die bisherigen Erlebnisse auszutauschen. Nachmittags kam das Seminar dann zu seinem offiziellen Ende und alle Anwesenden machten sich zufrieden auf den Weg nach Hause.

 

Der Anblick lässt es vermuten: Ein tolles Hechtgewässer!

 

Dominik v. Hunoltstein, Seminarorganisation